.ruhr und .berlin – Neue Top-Level-Domains in DE

Vor 27 Jahren am 05. November 1986 wurde die deutsche Top-Level-Domain .de in den weltweit zentralen Root-Server bei einer Vorgängerorganisation der späteren ICANN-Unterorganisation IANA (die 1990 etabliert wurde) eingetragen. Mit heute gut 15,6 Millionen registrierter Domains ist .de die erfolgreichste Länder-Domain-Endung, auch dank eines nachhaltig ausgerichteten rein privatwirtschaftlichen Betriebs durch die DENIC e.G., und ohne Aufsicht durch Regulierungsbehörden. Für Deutschland hatte .de damit bis heute eine Monopolstellung.

Dies ändert sich nun: Ab dem 21. Januar 2014 werden Domains unter .ruhr  und ab dem 14. Februar 2014 unter .berlin registrierbar sein. Weitere neue Top-Level-Domains mit einer deutsch-sprachigen Zielgruppe wie .bayern, .hamburg, .jetzt, .kaufen, .koeln, .nrw, .reise, .reisen, .saarland, .schule und .versicherung werden in den kommenden Monaten die Pforten für Domain-Registrierungen öffnen.

Mit http://nic.berlin und http://nic.ruhr sind die ersten neuen Domains mittlerweile online und schreiben damit die Geschichte des Internets in Deutschland weiter.

Mitgliederversammlung 2013

Die Internet Society German Chapter e.V. (ISOC.DE) lädt zur Mitgliederversammlung 2013.

Termin: 27.11.2013 Beginn 14:00

Wir sind in diesem Jahr wieder zu Gast in den Räumen der DENIC eG Kaiserstraße 75-77 60329 Frankfurt

150 m direkt geradeaus vom Haupteingang des Hauptbahnhofs

Wir freuen uns über Ihre Teilnahme

Update 10.1.2014: Mitglieder finden die Wahlergebnisse und das Protokoll hier.

Balkanisierung des Internet kein geeignetes Konzept für mehr Datenschutz und Datensicherheit

Anlässlich des „Weltinternettages“ am 29. Oktober erklärt der Präsident des deutschen Chapters der Internet Society ISOC.DE, Hans Peter Dittler, zu einigen im politischen Raum im Zusammenhang mit der Abhöraffäre der NSA aktuell diskutierten Vorschlägen:  

Die Empörung über die Verletzung der Vertraulichkeit der Datenkommunikation und das Abhörens von Telefongesprächen durch fremde Mächte ist nachvollziehbar. Die von Edward Snowden angestoßene Debatte und die nun bekanntgewordenen neuen Tatsachen offenbaren, wie wenig die Bundesrepublik Deutschland und andere Staaten der EU bislang technisch und organisatorisch auf die Verwundbarkeit von Informationstechnik vorbereitet sind und damit die Freiheit der Bürger und die Sicherheit des Staates gefährdet sein kann. Forderungen nach mehr Sicherheit und einem höheren Niveau des Schutzes von Daten in der Telekommunikation und ganz generell im Internet in Deutschland und in ganz Europa sind daher berechtigt. Vorschläge, die diese Ziele jedoch mit untauglichen Mitteln erreichen wollen, sind aber abzulehnen. Besonders, wenn durch falsche Instrumente im Ergebnis lediglich eine Balkanisierung des Internets bewirkt werden kann, würde die Freiheit der Bürger so nicht geschützt, sondern die Offenheit des Internets durch solche Maßnahmen vielmehr gefährdet. Letztlich dienen solch untauglichen Vorschläge eine lediglich symbolischen Politik, die keine nachhaltigen Verbesserungen für die Menschen erreichen kann, aber von ihrer eigenen Konzept- und Ahnungslosigkeit ablenken will. Dieses aber ist abzulehnen. Diesen Beitrag weiterlesen »

Privatsphäre ist ein Grundrecht

In all dem Lärm mit Blamagen, Skandalen und viel Schönreden tut es gut, Meinungen zu hören, wie es denn richtig sein sollte: die Balance zwischen dem Recht an den eigenen Daten und berechtigten Interessen von Staaten – zum Beispiel aus Gründen der Sicherheit oder der Strafverfolgung. Bereits bevor Prism&Co in das Licht der Öffentlichkeit rückte, hat eine Gruppe aus Datenschutzorganisationen und Experten aus den Bereichen Justiz, Politik und Technologie begonnen ein Papier zu diesem Thema zu entwickeln. Grundlage des Papiers ist die Erkenntnis: “Privatsphäre ist ein Grundrecht, das wesentlich ist für den Erhalt von demokratischen Gesellschaften. Es ist grundlegend für die menschliche Würde und verstärkt andere Rechte, wie Meinungs-, Informations- und Versammlungsfreiheit, und es ist nach internationalen Menschenrechtsgesetzen anerkannt”. Am 10.7.2013 wurde das Ergebnis auf Necessary & Proportionate in vielen Sprachen (u.a. in einer deutschen Fassung) vorgestellt. Es beschreibt die Grundsätze nach denen bei einer Überwachung verfahren werden soll, insbesondere deren Voraussetzungen, die begleitenden Maßnahmen und der Schutz der erhobenen Informationen.

Organisationen in aller Welt wurden aufgefordert, die Grundsätze zu unterstützen, um eine möglichst breite Wirkung für einen besseren Datenschutz zu erzielen. ISOC.DE ist dieser Aufforderung gefolgt und hat die Grundsätze unterschrieben.

Trittbrettfahren – Made in Germany

Wie kommt man im Sommerloch in die Schlagzeilen, wenn man eigentlich wenig zu bieten hat? Irgendwie läßt sich doch sicher im Windschatten des “NSA-Skandals” noch etwas für die eigenen Produkte herausschlagen.

Gesagt – getan. Mit ein paar Phrasen über “Sicherheit” und “strenge deutsche Datenschutzstandards” zaubert man den Slogan “E-Mail made in Germany” und verkauft das ganze als innovative Glanzleistung.

Bereits im Jahr 2009 hatte eine größere Gruppe von Sicherheits- und Privacy-Fachleuten Google aufgefordert, TLS-gesicherten Zugang zu seinen Diensten zum Standard zu machen. Insofern ist es sicher zu begrüßen, daß nur vier Jahre später die großen der deutschen IT-Branche nachziehen. Made in Germany.

Allerdings läßt der “Standort Deutschland” das G10-Gesetz genauso außer acht wie die Quellen-TKü. Daneben darf die vermeintliche Re-Territorialisierung des Internet vor allem im europäischen Kontext wundern. Oder wie möchten Sie künftig mit Ihren Freunden innerhalb der EU kommunizieren? Diesen Beitrag weiterlesen »